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Krypto Regulierung

Kraken MiCA: Hat Kraken eine EU-Lizenz? Status & Folgen 2026

Bünyamin Ögdüm
Bünyamin Ögdüm 28. Juni 2026 9 Min. Lesezeit
Kraken MiCA: Hat Kraken eine EU-Lizenz? Status & Folgen 2026

Kraken MiCA: Während andere Börsen mit der EU-Krypto-Verordnung ringen, gehört Kraken zu den Gewinnern der neuen Ordnung. Die Börse besitzt seit dem 25. Juni 2025 eine vollwertige MiCA-Lizenz, ausgestellt von der Central Bank of Ireland. Damit ist Kraken eine der ersten großen globalen Krypto-Börsen mit einer abgeschlossenen MiCA-Zulassung und gehört zu den klaren Profiteuren des Stichtags am 1. Juli 2026. Was diese Lizenz konkret bedeutet, welche Services für deutsche und EU-Nutzer abgedeckt sind und was sich für deine Krypto-Steuer ändert, erfährst du in diesem Artikel.

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Mit dem 1. Juli 2026 endet die letzte EU-weite Übergangsfrist von MiCA (Markets in Crypto-Assets Regulation). Ab dann darf nur noch handeln, wer eine CASP-Lizenz (Crypto-Asset Service Provider) besitzt. Während einige Anbieter den EU-Markt verlassen, hat Kraken seine Zulassung längst in der Tasche. Für Kraken-Nutzer ist das eine beruhigende Nachricht, eröffnet aber zugleich Pflichten bei der steuerlichen Dokumentation.

Hat Kraken eine MiCA-Lizenz?

Die kurze Antwort: Ja. Kraken besitzt über seinen europäischen Rechtsträger Payward Europe Solutions Limited (PESL) eine vollwertige MiCA-CASP-Lizenz. Diese wurde am 25. Juni 2025 von der Central Bank of Ireland (CBI) erteilt. Kraken ist damit im offiziellen ESMA-Register der lizenzierten Krypto-Dienstleister geführt.

Anders als Börsen, die ihren MiCA-Antrag zurückziehen mussten oder den EU-Markt verlassen, ist Kraken damit auf der sicheren Seite. Wie diese andere Situation aussieht, zeigt das Beispiel Binance, wo der MiCA-Antrag scheiterte und EU-Dienste eingeschränkt wurden. Kraken steht regulatorisch genau am anderen Ende dieser Entwicklung.

Noch unsicher, was MiCA überhaupt bedeutet und warum die CASP-Lizenz für Krypto-Börsen so entscheidend ist? Eine verständliche Einführung in die EU-Regulierung findest du in unserem Artikel Was ist MiCA? Die EU-Krypto-Verordnung erklärt.

Kraken MiCA im Detail: Lizenz, Behörde und Zeitleiste

Die wichtigsten Eckdaten zu Kraken MiCA im Überblick:

  • Rechtsträger: Payward Europe Solutions Limited (PESL), die europäische Gesellschaft von Kraken.
  • Lizenzart: MiCA-CASP-Lizenz (Crypto-Asset Service Provider).
  • Ausstellende Behörde: Central Bank of Ireland (CBI).
  • Lizenzland: Irland.
  • Erteilungsdatum: 25. Juni 2025.
  • Geltungsbereich: per EU-Pass in allen 30 EWR-Staaten (27 EU-Länder plus Island, Liechtenstein und Norwegen).

Der entscheidende Mechanismus ist das MiCA-Passporting: Eine in einem EU-Mitgliedstaat erteilte CASP-Lizenz gilt automatisch in der gesamten Union. Kraken muss also keine 27 nationalen Lizenzen beantragen, sondern darf auf Basis der irischen Zulassung Kunden in ganz Europa bedienen, auch in Deutschland und Österreich. Deutsche Kunden werden seit August 2025 direkt über die MiCA-regulierte Gesellschaft PESL bedient. Den vollständigen EWR-Rollout über alle 30 Länder gab Kraken im August 2025 bekannt.

Wichtig zur Einordnung: Kraken hält neben MiCA auch eine MiFID-II-Lizenz für regulierte Derivate sowie eine E-Geld-Lizenz (EMI) für Fiat- und Zahlungsdienste. Diese Kombination zählt zu den umfassendsten regulatorischen Aufstellungen, die eine Krypto-Börse in Europa vorweisen kann.

Dass Kraken Irland als europäischen Heimatmarkt gewählt hat, ist kein Einzelfall. Mehrere große Anbieter haben ihre EU-Zentrale in kleineren Mitgliedstaaten mit etablierten Finanzaufsichten angesiedelt, um von dort aus per Passporting den gesamten Binnenmarkt zu bedienen. Für dich als Nutzer spielt das gewählte Lizenzland im Alltag keine direkte Rolle: Maßgeblich ist, dass eine gültige CASP-Zulassung besteht und im ESMA-Register hinterlegt ist. Kraken ist zudem seit 2011 aktiv und gehört damit zu den am längsten bestehenden Krypto-Börsen weltweit, was die regulatorische Aufstellung zusätzlich einordnet.

Welche Services bietet Kraken EU-Nutzern unter MiCA?

Die MiCA-Zulassung von Kraken ist nicht auf einen einzelnen Dienst beschränkt. Die CBI hat ein breites Bündel an Krypto-Dienstleistungen autorisiert. Dazu zählen unter anderem:

  • Verwahrung und Verwaltung von Krypto-Assets (Custody)
  • Tausch von Krypto-Assets gegen Fiat-Währungen
  • Tausch von Krypto-Assets gegen andere Krypto-Assets
  • Ausführung von Aufträgen im Namen von Kunden
  • Platzierung von Krypto-Assets
  • Annahme und Übermittlung von Aufträgen
  • Portfolioverwaltung von Krypto-Assets
  • Transferdienste für Krypto-Assets

In der Praxis bedeutet das: EU-Nutzer haben Zugriff auf das komplette Kraken-Angebot mit über 450 handelbaren digitalen Assets, lokalem Fiat-Funding und institutionellen Handelsdiensten. Laut Kraken bleibt die volle Plattform auch nach dem 1. Juli 2026 geöffnet, ohne Abschaltung einzelner Produkte. Das unterscheidet Kraken deutlich von Anbietern, die ihr Angebot für EU-Kunden einschränken oder ganz beenden müssen.

Für Trader, die Derivate nutzen, ist die Doppellizenz relevant: MiCA deckt Spot-Geschäft, Tausch und Verwahrung ab, während Futures und Hebelprodukte unter MiFID II fallen. Kraken hält beide Lizenzen und darf EU-Kunden deshalb sowohl das klassische Krypto-Geschäft als auch regulierte Derivate anbieten.

Was Krakens MiCA-Lizenz für dich als EU-Anleger bedeutet

Für dich als Nutzer in Deutschland oder einem anderen EU-Land hat die MiCA-Lizenz von Kraken mehrere konkrete Folgen:

  • Rechtssicherheit: Du nutzt eine Börse, die nach EU-Recht zugelassen und beaufsichtigt ist. Kontosperrungen oder erzwungene Schließungen wegen fehlender Lizenz drohen dir bei Kraken nicht.
  • Kein Handlungsdruck zum 1. Juli 2026: Anders als Kunden nicht-lizenzierter Börsen musst du dein Guthaben nicht eilig abziehen oder die Plattform wechseln.
  • Anlegerschutz nach MiCA: Du profitierst von einheitlichen Transparenz-, Sicherheits- und Haftungsstandards, die für alle CASP in der EU gelten.
  • Klare steuerliche Spielregeln: Als lizenzierter Anbieter unterliegt Kraken den EU-weiten Melde- und Dokumentationspflichten, die unten näher beschrieben werden.

Wichtig: MiCA verbessert Transparenz, Verwahrstandards und regulatorische Haftung — bietet aber keine Einlagensicherung wie bei Bankguthaben und schützt nicht vor Kursverlusten oder einer Insolvenz der Börse. Dein Krypto-Guthaben ist kein geschütztes Einlageprodukt im Sinne des Einlagensicherungsgesetzes.

Was MiCA dir als Privatanleger nicht abnimmt: Du bist weiterhin selbst dafür verantwortlich, deine Gewinne korrekt zu versteuern und deine Transaktionen lückenlos zu dokumentieren. Die Lizenz der Börse ersetzt keine ordentliche Steuererklärung.

Wer aktuell von einer nicht-lizenzierten Börse zu Kraken wechselt, sollte zudem wissen, was beim Plattformwechsel zu beachten ist. Welche Szenarien Nutzer einer Börse ohne MiCA-Lizenz erwarten, beschreibt unser Artikel Was passiert mit meinen Kryptos auf einer nicht-lizenzierten Börse?

Kraken im Vergleich: MiCA-Börsen in der EU

Kraken ist nicht die einzige Börse mit MiCA-Zulassung, aber eine der am breitesten regulierten. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über bekannte MiCA-lizenzierte Anbieter für EU-Nutzer. Den aktuell verifizierten Status prüfst du jederzeit kostenfrei und ohne Anmeldung mit dem CoinTracking MiCA-Check, der laufend mit dem offiziellen ESMA-Register abgeglichen wird.

Börse Lizenzland (MiCA) Regulierungsbehörde
Kraken (EU) Irland CBI
Coinbase (EU) Luxemburg CSSF
OKX Malta MFSA
Crypto.com Malta MFSA
Bitpanda Österreich FMA
Bitvavo Niederlande AFM

Stand: Juni 2026. Der Lizenzstatus von Börsen kann sich ändern. Prüfe den aktuellen Stand immer mit dem CoinTracking MiCA-Check, bevor du eine Entscheidung triffst.

Bemerkenswert ist Krakens Positionierung als regulierte Alternative für Nutzer, deren bisherige Börse den EU-Markt verlässt. Kraken bewirbt sich gezielt als MiCA-lizenzierte Option für ehemalige Kunden nicht mehr verfügbarer Plattformen. Unabhängig von der Wahl der Börse gilt: Dein vollständiger Transaktionsverlauf und deine Kostenbasis sollten bei jedem Wechsel lückenlos erhalten bleiben.

Kraken, MiCA und Steuern: DAC8 und was du dokumentieren musst

Eine MiCA-Lizenz macht eine Börse vertrauenswürdiger, ändert aber nichts an deiner persönlichen Steuerpflicht. In Deutschland gilt: Gewinne aus dem Verkauf oder Tausch von Kryptowährungen sind als privates Veräußerungsgeschäft steuerpflichtig, wenn zwischen Anschaffung und Veräußerung weniger als ein Jahr liegt. Nach Ablauf der einjährigen Haltefrist ist ein Verkauf steuerfrei. Alles zur steuerlichen Behandlung im Detail findest du im Krypto-Steuer Deutschland 2026 Guide. Entscheidend ist deshalb eine saubere Dokumentation von Kostenbasis und Haltefristen.

Hinzu kommt die DAC8-Meldepflicht. Diese EU-Richtlinie verpflichtet Krypto-Börsen, Transaktionsdaten ihrer Nutzer an die Steuerbehörden zu melden. Die Börsen sammeln die Daten seit 2026, die erste Meldung erfolgt 2027 für das Jahr 2026. Da Kraken seine EU-Kunden über die irische Gesellschaft PESL bedient, läuft die Meldung über die irische Steuerbehörde, die die Daten im EU-weiten Informationsaustausch an das deutsche Finanzamt weiterleitet. Das Finanzamt kennt deine Krypto-Aktivitäten also künftig auch ohne dein Zutun, weshalb die Angaben in deiner Steuererklärung dazu passen sollten.

Genau hier setzt CoinTracking an: Die Plattform importiert deinen vollständigen Kraken-Verlauf, berechnet Kostenbasis und Haltefristen automatisch und erstellt einen finanzamtskonformen Steuerreport, der zu den gemeldeten Daten passt.

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Damit dein Steuerreport stimmt, brauchst du deinen vollständigen Kraken-Transaktionsverlauf in CoinTracking. Dafür gibt es zwei Wege:

  • API-Anbindung: Du erstellst in deinem Kraken-Konto einen API-Schlüssel mit Leserechten und hinterlegst ihn in CoinTracking. Neue Transaktionen werden danach automatisch synchronisiert, ohne dass du manuell exportieren musst.
  • CSV-Import: Du exportierst deinen Handels- und Kontoverlauf aus Kraken als CSV-Datei und lädst sie in CoinTracking hoch. CoinTracking erkennt das Kraken-Format automatisch und ordnet die Transaktionstypen korrekt zu.

Beim Import erkennt CoinTracking Spothandel, Ein- und Auszahlungen, Staking-Erträge und weitere Aktivitäten automatisch und führt Kostenbasis sowie Haltefristen konsistent fort. Für deutsche Privatanleger ist dabei FIFO (First In, First Out) die vom Bundesfinanzministerium akzeptierte Standardmethode — CoinTracking unterstützt daneben weitere Methoden für andere Länder und Anwendungsfälle. Eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du auf der Seite Kraken-Steuern und Import bei CoinTracking. Einen Überblick über alle unterstützten Importwege bietet die Seite CoinTracking Imports mit über 400 angebundenen Börsen und Wallets.

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Importiere deinen vollständigen Kraken-Verlauf per CSV oder API, automatisch erkannt, Kostenbasis und Haltefristen korrekt weitergeführt.

Fazit

Kraken gehört zu den Gewinnern der MiCA-Ära und steht regulatorisch auf einem der breitesten Fundamente im europäischen Markt. Für dich als Nutzer in Deutschland oder der EU heißt das: kein Handlungsdruck zum 1. Juli 2026, voller Funktionsumfang und Anlegerschutz nach EU-Standard.

Die Verantwortung für die korrekte Versteuerung deiner Gewinne bleibt aber bei dir, und mit DAC8 wird die lückenlose Dokumentation wichtiger denn je. Mit CoinTracking bist du dafür bestens vorbereitet und erfüllst alle Dokumentationsstandards.

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Hinweis

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar. Steuerliche Regelungen können sich ändern und hängen von deiner persönlichen Situation ab. Für individuelle Beratung wende dich an einen qualifizierten Steuerberater.
Bünyamin Ögdüm, Leiter Steuer-Betrieb
Autor

Bünyamin Ögdüm

Leiter Steuer-Betrieb

Bünyamin leitet den Steuer-Betrieb bei CoinTracking. Er übersetzt komplexe Krypto-Steuerregeln in klare, umsetzbare Anleitungen für Trader und Investoren weltweit.

Häufig gestellte Fragen zu Kraken MiCA

Ja. Kraken besitzt über seinen europäischen Rechtsträger Payward Europe Solutions Limited (PESL) eine vollwertige MiCA-CASP-Lizenz. Sie wurde am 25. Juni 2025 von der Central Bank of Ireland (CBI) erteilt. Kraken ist damit im offiziellen ESMA-Register geführt und darf seine Dienste per EU-Pass in allen 30 EWR-Staaten anbieten.

In Irland. Zuständige Behörde ist die Central Bank of Ireland (CBI). Über das MiCA-Passporting gilt die Zulassung in allen 27 EU-Mitgliedstaaten sowie den drei weiteren EWR-Ländern, also auch in Deutschland und Österreich.

Ja. Kraken bedient deutsche Kunden seit August 2025 direkt über die MiCA-regulierte Gesellschaft Payward Europe Solutions Limited. Da Kraken eine gültige CASP-Lizenz hat, ist die Börse vom MiCA-Stichtag am 1. Juli 2026 nicht negativ betroffen und darf EU-Nutzer weiter bedienen.

Für Kraken-Nutzer ändert sich nichts Grundlegendes. Anders als Börsen ohne Lizenz muss Kraken keine Dienste einstellen. Laut Kraken bleibt die volle Plattform geöffnet, ohne Abschaltung von Produkten. Den aktuellen Lizenzstatus deiner Börse prüfst du jederzeit kostenlos mit dem CoinTracking MiCA-Check.

Gewinne aus dem Verkauf oder Tausch von Kryptowährungen sind in Deutschland als privates Veräußerungsgeschäft steuerpflichtig, wenn zwischen An- und Verkauf weniger als ein Jahr liegt. Du benötigst dafür deinen vollständigen Transaktionsverlauf mit Kostenbasis und Haltefristen. CoinTracking importiert deine Kraken-Daten per CSV oder API und berechnet die steuerlich relevanten Werte automatisch. Eine Anleitung findest du unter Kraken-Import bei CoinTracking.

DAC8 ist die EU-Richtlinie, die Krypto-Börsen verpflichtet, Transaktionsdaten ihrer Nutzer an die Steuerbehörden zu melden. Börsen sammeln die Daten seit 2026, die erste Meldung erfolgt 2027 für das Jahr 2026. Als irischer Rechtsträger meldet Kraken an die irische Steuerbehörde, die die Daten im EU-Informationsaustausch an das deutsche Finanzamt weiterleitet. Eine lückenlose eigene Dokumentation ist deshalb wichtig.

MiCA regelt klassische Krypto-Dienste wie Spot-Handel, Tausch und Verwahrung. Derivate wie Futures und Hebelprodukte fallen dagegen unter MiFID II. Kraken hält beide Lizenzen: die MiCA-CASP-Lizenz aus Irland für das Krypto-Geschäft und eine MiFID-Lizenz für regulierte Derivate. Damit gehört Kraken zu den wenigen Börsen, die EU-Kunden beides regulatorisch abgedeckt anbieten dürfen.

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